Nationale Künstler

CHRISTINE Kind

Tätig seit 2010 · «Atelier HugoKind»
Alte Märsch 56, 44319 Dortmund
Tel. 0231 13 75 81 88 • christine@ck-unst.de • www.ck-unst.de

2018 Mitglied im internationalen Künstlerkollektiv „DIE SCHWARZE OLIVE“
2012 Mitglied der Künstlergruppe „REFLEX | Zusammenschluss freier Künstler in NRW“
2004 Art Director in Düsseldorf und Dortmund Dipl. Designer FH, FH Niederrhein, Krefeld
1979 geboren in Vacha (Thüringen)

Mich fasziniert die Natur, die Arten- und Formvielfalt und gleichermaßen beschäftigt und besorgt mich unser Umgang damit. Diese Themen verarbeite ich sowohl in zwei- wie in dreidimensionalen Arbeiten.

Man hält den Fortschritt nicht auf

Meine Arbeit zum Thema #ZEROWASTE stellt einen Mistkäfer aus Draht dar, partiell mit schwarzer Müllsackfolie überzogen und einer großen Kugel aus Verpackungsfolien. Der Käfer rollt die Kugel im Kopfstand mit den Hinterbeinen. Der Mistkäfer ernährt sich von Dung. Er rollt große Kugeln davon als Nahrung für seine Nachkommen in seinen Bau.Was hinterlassen wir unseren Kindern?

Hermann J Kassel

Tätig seit 1987
An der Zikkurat 4, 53894 Mechernich
atelier@hermann-j-kassel.de • www.hermann-j-kassel.de

Städtische Galerie im Museum Folkwang Essen
Ostwall Museum Dortmund
Gallery M-13 New York USA
Castle of Good Hope Kapstadt Südafrika
Hakone Open-Air Museum Japan

In meiner künstlerischen Arbeit, den Skulpturen, Objekten und Installationen sind Bewegung, Veränderungs- und Transformationsprozesse sowie die Erforschung der Grenzen oder der Trennschicht, also dem, was das Dazwischen ist und seiner Diffusion zentrale Themen.

Im Rahmen meines 2001 entwickelten Interventionsformates „take part“ in art arbeite ich mit Unternehmen und Institutionen auf der Führungsebene an Themen der Kreativität, der Wertschätzung und -schöpfung sowie das Bewusstsein für unser eigen-verantwortliches Denken und Handeln. Seit 2012 behandle ich diese Themen auch als Dozent beim Rheinischen FührungsColleg Düsseldorf mit den jährlichen Stipendiaten. In dem auf Dauer angelegtem und dabei sich veränderndem und erweiterndem Ausstellungsprojekt #deineWürde bearbeite ich seit 2016 die Thematik der Würde und deren Verletzlichkeit durch uns Menschen mit den Mitteln der Bildenden Kunst.

“Die Plastik“

Was tun wir der Erde an?
Unser Plastikmüll treibt in den Flüssen und Meeren, wird mikroklein in Böden erschreckend tief eingelagert, im Schnee weitab jeder Zivilisation nachgewiesen, und reichert sich in Fauna und Flora und schließlich in uns Menschen zunehmend an. Eine vermeintlich hohe Recyclingquote entpuppt sich als halbwahrer Schwindel oder schlichtweg als Sauerei wenn dieser u.a. nach Indonesien oder sonst wohin verschifft wird.

Also, was tun wir der Erde, was tun wir uns mit diesem Plastikwahnsinn an?
Das scheint sich dieser Mensch zu fragen. In einer Schrumpfhaube eingeschweißt sitzt er da; ähnlich einer klassischen Skulptur, schauend, denkend, heraus-fordernd.

Und dieses Stück Plastik in seiner rechten Hand; wird es ihm in seinen Plastikkokon hineingeschoben oder versucht er, sich dessen zu entledigen?

Ist er Opfer? Täter? Beides?

Er ist Die Plastik.

Bianca Wickinghoff

Tätig seit 1993 · «Galerie Clowns & Pferde»
Frankfurter Straße 33, 45145 Essen
info@clownsundpferde.de

2017 Wem gehört die Kunst | Mülheim/Ruhr, Germany
2015 Das schöne Raumschiff kehrt zurück | Essen, Germany
2012 Extraschicht | Zeche Carl Essen, Germany
2011 ruhrpuls festival | Rotunde Bochum, Germany
2006 FH-Düsseldorf goes entry | Zollverein Essen, Germany

Upcycling ist eine wichtige Technik im Rahmen meiner künstlerischen Tätigkeit. Die essentielle Eigenschaft meiner Kunst wird verkörpert durch das Sammeln und Neuarrangieren von veralteten Gebrauchsgegenständen, die aus der Mode gekommen sind oder mit der technischen Entwicklung nicht mehr Schritt halten konnten – sogenanntem Abfall. Ich arbeite mit Gebrauchtem, das aber keineswegs verbraucht ist; mit Umverpackungen, die ohne ihren Inhalt ihre ursprüngliche Aufgabe und somit ihren Nutzen verloren haben, um sie mit neuen Bedeutungszusammenhängen zu füllen, die dann einem neuen Kontext zugeführt werden können und dadurch einen neuen Sinn erhalten und eine Geschichte erzählen – ob als Objektkunst, Collage oder große Rauminstallation. Gern lade ich dazu Kollegen ein oder leihe Dinge aus der Sammlung von Freunden.

"Ich habe so viel geweint"

Kern dieser Arbeit sind Plastikhüllen von Papiertaschentüchern. Sind die Tücher alle entnommen, bleibt der Verpackungsabfall übrig. Seit 15 Jahren sammle ich die Hüllen und habe bereits verschiedene Objekte damit gestaltet. In dieser Neuauflage gehen sie in alten Reisekoffern auf Tour. Durch das Sammeln von Dingen habe ich die Zeit sichtbar gemacht. Zeit ist eine unserer wertvollsten Ressourcen. Manche meiner Sammlungen wachsen über Jahrzehnte, bis sie in einem Kunstprozess transformiert werden. Dazu ist Geduld nötig. Wir haben das Geduld üben verlernt; sind es gewohnt, alles sofort zu bekommen. Dabei lohnt es sich einfach mal abzuwarten, dann kommen die Gelegenheiten zu uns. Dann haben die erstrebten Dinge vielleicht eine andere Form, als wir erwartet hätten, aber wir gewinnen überraschende Erkenntnisse dabei.

Paul Sous

Tätig seit 2017
Kaiserstadt Aachen
www.kaeptennobbi.de • Facebook: Käpten Nobbi • Instagram: kaeptennobbi

2019 „Nachtbrötchen“ Ergo Ipsum / Düsseldorf / 27.9 – 29.9.2019
2018 „Uns gehört die Stadt – Kunst, Kids und Krawall in Aachen“ Gemeinschaftsausstellung 8.6. – 30.9.2018,
Future Impact Maker_Preisverleihung Ludwigforum Aachen
2017 JRGallery / BERLIN. Gruppenausstellung / Thema: Holidays / 8.7 – 2. 9. 2017
2015 „KÄPTEN NOBBI“ Erste Einzelausstellung 11. – 13.9.2015 / Raststätte Aachen

In meiner künstlerischen Arbeit beschäftige ich mich zu einem großen Teil mit Darstellungen und Abbildungen menschlicher Lebenssituationen und -räume. Dabei interessieren mich vor allem die Stimmungen und Atmosphären, die erst beim genauen Hinsehen Aufschlüsse über unser Innerstes und auch unsere Zivilisation geben. „Nicht wegschmeißen, da kann man noch was mit machen“. Für die Umsetzung meiner gestalterischen Ideen verwende ich Dinge und Materialien, die Geschichten mitbringen bzw. mit denen ich Geschichten erzählen kann.

Little messages

Aus groß wird klein, aus klein wird groß. Damit ändert sich der gewohnte Blick und die Sicht auf die Dinge. Oft erinnert ein eigentlich tragisches Motiv in Miniatur an eine Puppenstube und ruft spielerische, kindlichnaive Heilewelt-Emotionen hervor. Als gelernter Schilderund Lichtreklamehersteller weiß ich genau, wie Werbung und Werbetafeln wirken. Genau diese Gefühlsdiskrepanz möchte ich darstellen. In vielen meiner Objekte befinden sich kleine Mülltüten, die in ihrer individuellen Form und vermutetem Inhalt ein menschlich anmutendes Eigenleben führen und eine ganz eigene Ästhetik bilden.

Auszug der ausgestellten Kunstwerkreihe

Claudia Lüke

Tätig seit 1991 · «Atelier Claudia Lüke»
Luitpoldstraße 50, 45881 Gelsenkirchen
T 020 91 48 76 30 • www.claudia-lueke.de

2019 „kunstkompakt16“ Galerie Alte Spedition, Gladbeck
2018 „among fern and horsetail“ The Ou Gallery, Duncan, BC. Kanada (Einzelausstellung)
2018 „Zwischen den Welten“, Galerie Haus Herbede, Witten (Einzelausstellung)
2017 „Kunst und Leidenschaft“, Kunstverein Gelsenkirchen, Museum Gelsenkirchen
„Artfair Shanghai“, Expocenter Shanghai, China

„Ruhelos. Neugierig. Lebhaft. Diese drei Worte fallen mir ein, wenn ich an die deutsche Künstlerin Claudia Lüke denke. Manchmal habe ich den Eindruck, dass diese Künstlerin niemals schläft. Sie ist ständig in Bewegung, fliegt um die Welt oder streift durch die Stadt. Auf ihren Reisen nimmt Claudia Lüke Bilder, Eindrücke und Naturinspirationen auf wie ein Schwamm. Ihr Geist analysiert und transformiert dabei kontinuierlich Erlebtes und Gesehenes und verwandelt es in Kunstwerke. Claudia Lükes Werk ist seit jeher ein Spiegel der sie umgebenden Welt: Es lässt sich sowohl als soziale Skulptur als auch als eine Art topographische Kartierung von Orten und Kulturräumen verstehen. Claudia Lüke ist ein wahres Kunst-Chamäleon: sie wechselt kontinuierlich ihre Themen, erfindet ihre Kunstwerke immer wieder neu und bleibt sich und ihrer Kunst dennoch treu.“

Pandora's Cube

Der Würfel besteht zu 100 Prozent aus Plastikmüll, den sechs Personen in knapp drei Wochen gesammelt haben. Eine in Form gebrachte Enttäuschung: Denn obwohl sich jeder Einzelne als umweltbewusst in Bezug auf Plastik empfand, sammelte sich über den alltäglichen Bedarf eine bis dahin unvorstellbare Menge an Plastikmüll. Aus diesem Materialfundus fügt sich ein bunter Würfel, eine farbige Geschenkbox, die sich in ihrer Erscheinung an die Ästhetik alltäglicher Plastikverpackung anlehnt. Die Öffnung einer Seitenfläche ermöglicht den Zugang zu einem Sitz in der Mitte des Würfels. Der Betrachter ist aufgefordert, hier Platz zu nehmen und einzutauchen; einen Perspektivwechsel vom Betrachten zum Hinein(ver)setzen zu vollziehen.

jens mohr

Tätig seit 1990 · «Atelier 114»
Heerstraße 114, 53111 Bonn
www.jensmohr.com • Instagram: jensmohratelier114

2019 Street F.O.O.D., OD Gallery, Amsterdam
2017 Mehr als einen Vogel – 25 jahre Künstlerfreundschaft Birdman und Jens Mohr, Galerie Gugging, Österreich
Franz Kamlander & Co.: „Viechereien“ , Galerie Gugging, Österreich
2016 Triennale of Self-Thought Visionary Art, Belgrad, Serbien
2006: Forever Friends, Museum Dr. Guislain, Belgien
2000: Forever Friends, Museum de Stadshof, Niederlande

Der Autodidakt Jens Mohr, geboren 1971 in Siegburg, lebt und arbeitet seit 1997 überwiegend in Bonn. Seit 1990 entstehen seine ersten Werke. Er schafft seine skurrilen und humorvollen Kunstwerke aus Fundstücken und Gebrauchsgegenständen. Spontan und intuitiv lässt er eigenständige Wesen mit ausdrucksstarken Charakteren entstehen.

"Darf ich dir mal ans Bein pinkeln ?"

„Darf ich dir mal ans Bein pinkeln?“ lautet der Titel des Werks. Es spricht den Betrachter direkt an und weist darauf hin, dass unsere Mitlebewesen mit unseren Hinterlassenschaften unausweichlich konfrontiert werden.

Local Artists

Jutta Vollmer (Köln)

Tätig seit 1989 · «Kölner Graphikwerkstatt»
Im Sionstal 17, 50678 Köln
T 0221 3100 425 • info@jutta-vollmer.de • www.graphikwerkstatt.de • Instagram: jutta_vollmer

2019 Awagami, International Miniatur Print Exhibition
2018 printabilities, Works in Contemporary Printmaking, Köln & Marlborough UK
2017 Jahresausstellung Künstlerforum Schloss Zweibrüggen
2015 „Deep Black“, University of Chester, GB
2014 „Screening II“ Galerie im Stammelbach Speicher, Hildesheim

Jutta Vollmer lebt in Köln und arbeitet seit 25 Jahren als Künstlerin in der Kölner Graphikwerkstatt, wo sie sich der Druckgraphik verschrieben hat. Mit dieser Technik steht für sie das handwerklich vielseitigste Feld zur Verfügung, um Bildvorstellungen umzusetzen. Druckgraphisches Arbeiten findet in serieller Weise statt: Druckplatten kommen in verschiedenen Stadien und Variationen auf das Papier. Diesen seriellen Charakter hat sich Jutta Vollmer zum Thema gemacht. Zugleich berücksichtigt sie ausdrücklich den Aspekt der Nachhaltigkeit. Ihre Arbeitsmaterialien sind oft Dinge, die aus völlig anderen Gebrauchsfeldern kommen, sowohl das Papier als auch die Druckstöcke. Experimente mit Material, das aus seinem alltäglichen Kreislauf herausgenommen wird, eröffnen neue Ausdrucksmöglichkeiten und zeigen eine neue Wertigkeit. Für Jutta Vollmer ist das „upcycling in art“.

Packing Prints

Die Schönheit von Verpackungen auf Büttenpapier gebannt, zeigt die Absurdität: Wertvolle Materialien werden nur für den Moment des Transportes und der Präsentation geschaffen. Im Moment der Loslösung vom Produkt – dem Auspacken – werden sie wertlos, da von ihrem Daseinssinn befreit. Herausgenommen aus dem Lebenskreislauf, zwischen Existenzsinn und Existenzende, entfaltet die Verpackung ihre ganz eigene Schönheit. In der Verbildlichung dieser Vergeudung von Materialien – diesem maßlosen Überfluss, in dem wir leben und nachkommende Generationen vor ungeahnte Probleme stellen, zeigt sich der Ursprung unserer Scham – die Scham, die eine Wende zu verantwortungsvollem Leben einleiten kann.

Thomas Hugo (Dortmund)

Tätig seit 2000 · «Atelier HugoKind»
Alte Märsch 56, 44319 Dortmund
hugos-arbeiten.de

2019 „Das Frühstück im Grünen. Hommage à Édouard Manet“,Städtisches Museum Kamen
2019 „Kaltgepresst und Auserlesen“ KK 49, Lotzwil (Schweiz)
2014 „Ohne Ende“ Otmar Alt Stiftung, Hamm
2013 „art-figura Kunstpreis“ Museum Schloss Schwarzenberg
2000 „Mees ja Naine“ (Mann und Frau) Museum für moderne Kunst, Pärnu (Estland)

In Hugos Werken finden sich keine Referenzen oder Bezüge zu Stilrichtungen – es gibt nur seine Art die Welt zu sehen, zu kommentieren, zu verarbeiten und spielerisch neu zusammenzusetzen. Nicht mit dem Ziel etwas zu erklären, sondern Raum für Fragen und eigene Gedanken zu schaffen.

Die Geister, die wir rufen

Solange Plastik in Gebrauch ist, ist es ein wunderbares Material. Es kommt nützlich, gut designed, schön farbig oder transparent als Gebrauchsgegenstand oder Verpackung daher.  

Wenn es aber verbraucht, defekt oder einfach alt ist, was passiert dann? Nur ein geringer Teil wird recycelt. Was ist mit dem Rest? Plastik verschwindet nicht. Es schwimmt einzeln oder in Inselgröße im Meer. Meerestiere halten es für Nahrung oder verschlucken es unbeabsichtigt, Vögel nutzen es als Nistmaterial. Die Folgen sind fatal.

Es gibt kaum ein Fleckchen Grün ohne Plastikmüll und mittlerweile kein Leitungswasser mehr ohne Mikroplastik. Es regnet schon Plastik. Es ist in der Nahrungskette – überall.

Und dennoch produzieren wir weiter – für die Ewigkeit.

Wir müssen das Problem sichtbar machen und verstehen.Denn wir werden sie nicht mehr los.„Die Geister die wir rufen“

 

 

2019
110 x 95 x 105 cm
Plastikverpackungen und Tüten, Holzstäbe, Spanplatte

ThomasHugo_auf_schwarz_WEB

Claudia Zurlo (DÜsseldorf)

Tätig seit 2010 · «Atelier Claudia Zurlo Photography»
Martinstrasse 54, 40223 Düsseldorf
www.claudia-zurlo.de
greendolphindus.com

Geboren 1966 in Brilon, lebt und arbeitet Claudia seit 30 Jahren in Düsseldorf. Nach langjähriger Tätigkeit in einer internationalen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, beschloss sie ihrer Kreativität mehr Raum zu geben und machte ihre große Leidenschaft – die Fotografie – zum Beruf. Seit 2011 ist sie als freischaffende Portraitfotografin und Fotokünstlerin in Düsseldorf und deutschlandweit tätig.

Im Januar 2019 startete ich mein Fotoprojekt „greendolphindus“. Ich liebe die Natur und sammele auf meinen Spaziergängen am Rheinufer Müll.

Namensgeber für das Projekt ist eines meiner ersten Plastikfundstücke am Rhein. 
Ein schon offensichtlich etwas in die Jahre gekommenes grünes Sandförmchen aus Plastik in Form eines Delfins, welches am Rheinufer gestrandet war.

War es gestern noch ein Spielzeug, so ist es heute nicht mehr als ein Stück Plastikmüll.
Mit diesem Projekt möchte ich darauf aufmerksam machen, dass das Thema Plastikflut nicht irgendwo in Asien oder Afrika stattfindet oder in einem entfernten Ozean sondern direkt vor unserer Haustür, in diesem Fall am Rheinufer.

Alle kleinen Plastikteile werden nach dem Sammeln gereinigt und sortiert, manche nach Farbe, andere nach Form.
Jedes dieser kleinen Teile hat seine eigene Vergangenheit, zusammengefügt in bunten Collagen erzählen sie uns nun eine neue Geschichte unserer Kultur der Bequemlichkeit und des Konsums.

Waltraud Kleinsteinberg (Münster Westf)

Tätig seit den 90er 
Hummelbachtal 33 , 48301 Nottuln
www.waltraudkleinsteinberg.de

2019 Female Heroes / Hengelo / NL
2019 WO WOLLE(N) IST, IST AUCH EIN WEIB / 100 Jahre bauhaus / SO-66 Münster
2018 Die Überraschung im Geläufigen / Galerie Münsterland / Emsdetten
2018 Hier und Jetzt / Aktuelle Kunst in Westfalen / Gustav-Lübke-Museum / Hamm
2016 Altes Stroh zu neuem Gold / Kloster Bentlage, Rheine / Herding kubaai, Bocholt

Ich habe eine Ausbildung zur Bauzeichnerin und ein Studium Produktdesign abgeschlossen. Seit den 90er Jahren liegt mein beruflicher Schwerpunkt auf freier künstlerischer Arbeit. Ich lebe und arbeite in Nottuln. Im Netzwerk KünstlerinnenForum MünsterLand e.V. bin ich engagiert in der Vorstandsarbeit und in der Leitung von öffentlich geförderten Kunst-Projekten. Seit 2007 bin ich Gründungsmitglied und Aktive der Produzentengalerie SO-66 in Münster. Meine künstlerischen Schwerpunkte sind zeichnerische Techniken und die Erstellung von Objekten, vielfältig in Ausführung und Format. Inhaltlich reflektiere ich Fragestellungen meiner Gegenwart. So auch Umwelt-Themen wie z.B. den Verlust der Biodiversität vor meiner Haustür oder die Plastik-Vermüllung der Meere. Gerne nutze ich die Ästhetik von Verpackungsmaterial und schenke den aufwendig produzierten Weg-Werf-Dingen ein neues Kunst-Leben.

Alles so schön sauber hier

Glitzer-Schneekugeln, so kostbar glänzend sie auch erscheinen, sind doch potentieller Plastik-Müll. Diese zwei zeigen auf den ersten Blick hübsche, bunt leuchtende Fantasie-Gärten vor einem strahlend blauen Himmel. Der genaue Blick jedoch sieht Kunststoff-Müll, Verpackungsreste, die nach einem Drogerie-Einkauf anfallen. Unzählige Artikel verheißen vollkommene Sauberkeit und Pflege für unsere Körper und Wohnungen. Dem folgen wir Käufer allzu gerne. Dabei ignorieren wir geflissentlich die „schmutzigen“ Negativ-Aspekte eines Sauberkeits-Konsums, der die Zukunft unseres Planeten gefährdet. Werden die Glitzer-Schneekugeln geschüttelt, legt sich ein sanfter Schleier über das Motiv. Wir Verbraucher lassen es zu, dass der trügerische Glitzer-Schleier eines „grenzenlosen Konsums ohne Reue“ unsere Fähigkeit zur rationalen Kaufentscheidung benebelt.

 

2020
Ø je 9,00 cm / Höhe je 8,50 cm
Zwei Glitzer-Schneekugeln aus Acryl-Glas/ Bestandteile von Kunststoff-Verpackungen aus den Bereichen Hygiene und Sauberkeit

Daniela Kroll (Bochum)

Hauptberuflich tätig seit 2018
Röhrchenstr. 67, 58452 Witten
www.danielakroll-art.de

Daniela Kroll, freiberufliche Künstlerin und Illustratorin, hauptberuflich seit 2018.
Schwerpunkt: Mixed Media Collagen

Als ArtNight Künstlerin im Raum Bochum und Witten in öffentlichen Locations anzutreffen -> Kunstevents für Jedermann. Diese Arbeit bedeutet mir sehr viel, weil sie Menschen aus dem Alltag holt, und mir die Möglichkeit gibt andere zu inspirieren.

In meinen freischaffenden Kreationen kreise ich meist um die Themen Mensch, Emotion, Gesellschaft, Dystopie und Transzendenz.

Recyclingstrudel – mittendrin statt nur dabei

Inspiriert von den großen Müllstrudeln auf den Ozeanen und mir selbst, als ich bei der Ideensuche zwischen meinem eigenen Plastikmüll auf dem Küchenboden saß. Ich fühlte mich wie in einem Strudel aus unnötigem Verpackungsmüll, mittendrin.

Das Objekt ist sehr plakativ. Es geht um Recycling und um den Strudel aus Konsum, Werbung und unnötigen Firlefanz, der uns alle versucht mitzureißen. Wir hängen bereits am Abgrund.
Aber es sind auch Griffe am Objekt, die Hoffnung geben, sowie eine Aufforderung zum Handeln darstellen. Jeder kann, jeder muss etwas tun. Packen wir es an!

2020
Plastikeimer 5 + 10 Liter, Haushaltshandschuhe, 1x Deodeckel (Auge) Plastiktüten, Müllbeutel, Folienreststücke, Tablettenverpackung, Etiketten, Pailletten zum Basteln für Kinder,Ca. 50 cm hoch, Durchmesser ca. 40cm

Margarete Rettkowski-Felten (Essen)

Als Künstlerin tätig seit 1975

Studium Kunstakademie/Düsseldorf bei Professor Josef Beuys
Studium Uni Köln/Philosophie und Pädagogik

Künstlerin, Autorin, Dozentin
Umweltaktivistin

Leimgardtsfeld 5
45 355 Essen
www.rettkowski-felten.de

Die Persönlichkeit von Josef Beuys hat mich im ökologischen Ansatz sehr geprägt.
Die ganzheitliche Sicht der Welt mit dem Ansatz zum kreativen Menschenbild sind meine gedanklichen Grundlagen.
Gesellschaftliche Entwicklungen prägen Künstler und die Kunst.
Eine reflektierende Betrachtung der Welt entscheidet über künstlerische Aussagen.

„Plastik- Fluch für unsere Umwelt“

Serie aus drei Bildern:
– „Mikroplastik-Baby“
Mikroplastik in allen Lebensmitteln macht uns unsterblich
– „Kehr aus“
Plastik im Haushalt überschüttet unseren Alltag
– „Tauchen in Jauchen“
Unrat aus Plastik überfüllt unsere Meere

Dr. Laura Flöter (Duisburg)

Tätig seit 2010 « Atelier Laura Flöter »
Grünstraße 116, 40667 Meerbusch
Facebook: Laura Flöter – Grafik, Malerei, Objektcollage
Instagram: @laurafloeter – Grafik, Malerei, Objektcollage
2019 Kunst im Hotel/Hotel Villa Meererbusch, Meerbusch

„Wasteland Villa“

2018 Städtische Galerie Neuss Kulturforum Alte Post

„KUNST AUS NEUSS“

2017 Altes Küsterhaus, Meerbusch
„LOST PLACES“
 
2016 Forum Kunst & Architektur, Essen (mit Ute Sch.tzmüller)
„storytelling“
 
junges museum, Bottrop
„Laura Flöter“

„JANUAR 2020 (it’s a waste land)“

Für meine Objektcollagen verwende ich Fundstücke,
Schenkungen oder Erwerbungen vom
Trödelmarkt – ich schätze die Patina des ursprünglichen
Gebrauchs: Kratzer, Abriebe und
Verfärbungen, zum Teil starke Beschädigungen.
Sie verleiht den Gegenständen Individualität
und widersetzt sich der Ökonomie
einer meist industriell-seriellen Herstellung.
Unsere Ressourcen werden immer schneller
immer knapper. Als ‚Kronzeugen‘ der Wegwerf-
Mentalität müssen daher auch gebrauchte
Dinge neu gesehen werden – zum Beispiel
in der Kunst: Für meine Bilder schichte ich
zunächst Farben auf Materialien und Materialien
auf Farben. Bei der Ausarbeitung
durchbreche ich dann manche dieser aufgetragenen
Schichten, um das ‚Verschüttete‘ an
die Bildoberfläche zurück zu holen; anderes
‚vergrabe‘ ich dafür wieder. Aus diesen Ablagerungen
entsteht schließlich eine Bildwelt –
etwas Neues auf dem Fundamenten des Alten.

GISELA KETTNER (wuppertal)

Tätig seit 1990 « Kunstraum 33 »
Hermannstraße 33
42277 Wuppertal
www.giselakettner.de

2010 – 2013 „Skulpturenausstellung auf der Hardt“
Wuppertal
2014 „Recycling Butterflies “
Städtische Galerie, Hattingen
2014 „Skulpturenausstellung EUROPA“
Sinneswald, Leichlingen
2013 „ROTATION 360°“
Galerie Wuba, Wuppertal; Codex und FÄRBEREI e.V.

Meine Arbeit steht in enger Verbindung von Kunst, Mensch und Gesellschaft. Ein künstlerisches Zeichen setzen für Achtsamkeit, Toleranz, Wahrnehmung, Akzeptanz, Haltung, Verantwortung, Miteinander, Kooperation, Dialoge und eine Auseinandersetzung mit dem heute und jetzt.

„RECYCLING BUTTERFLIES (Co Labor Art)“

Meine Arbeit steht in enger Verbindung von Kunst, Mensch und Gesellschaft. Ein künstlerisches Zeichen setzen für Achtsamkeit, Toleranz, Wahrnehmung, Akzeptanz, Haltung, Verantwortung, Miteinander, Kooperation, Dialoge und eine Auseinandersetzung mit dem heute und jetzt. In einem interaktiven Kunstprojekt werden kunterbunte Schmetterlinge aus recycelten Waschmittelplastikflaschen mit verschiedenen Menschen gestaltet: Schüler, junge Erwachsene, Kinder, alte Menschen, Menschen mit Behinderung oder auch andere Menschengruppen. Die Arbeit beginnt mit der Aufklärung. Um die leeren Waschmittelflaschen sammeln zu können, muss zunächst mit dem Umfeld kommuniziert werden. Installationen aus Hunderten von Schmetterlingen in verschiedenen Größen werden aus den gesammelten Plastikflaschen gefertigt. So weisen diese Schmetterlingsschwärme in Galerien, Schulen, Restaurants und öffentlichen Gebäuden auf Nachhaltigkeit und ein Leben mit möglichst wenig Abfall hin. Menschen kommen in einen kreativen, künstlerischen Prozess und kommunizieren im Sinne von CO LABOR ART (miteinander/experimentell/ mit den Mitteln der Kunst).

ADAM STUBLEY (MÜNCHEN)

Als Künstler tätig seit 2000
www.adamstubley.eu
Instagram: objektgestaltung (adam stubley)
Gollenbergstraße, 282299 Türkenfeld

2013 – 2019 Tollwoodfestival, München
2010 + 2015 HofmarkArt, Hörbach
2009 Ausstellung Säulenhalle, Landsberg
2008 Skulpturengarten Stemmerhof, München
2006 Exhibition in Harrogate, England


Adam Stubley, geboren 1964 in Nordengland und lebt seit über 30 Jahren in Bayern.
Seit mehr als einem Jahrzehnt arbeitet er als Künstler und Gestalter für das Tollwoodfestival in München – dort stellt er regelmäßig seine Skulpturen auf, die oft eine Umweltthematik haben. Er lässt sich gerne von der Natur inspirieren und verwendet deshalb Metall, Stein, Holz und Wasser. Über die letzten Jahre hat er mehrere Kunstwerke mit dem Focus auf die zunehmende Verschmutzung durch Plastikmüll im Meer und unserer Umwelt geschaffen.

„DER POLYKREBS“

„Warum wird mein Fleece-Pulli immer dünner?“


Der „Polykrebs“ ist ein Einsiedlerkrebs, der mit bunten
Plastiktextilfasern gefüllt ist. Er soll auf das riesige unsichtbare
Plastikmüllproblem aufmerksam machen. Bei jedem Waschgang
von Textilien, die aus Kunstfasern aus Erdölbasis bestehen, werden
tausende von Faserteilchen ins Abwasser gespült und gelangen
anschließend über unser Wasser in unser Ökosystem! Faserteilchen so
mini-klein, dass sie kaum mit der Lupe zu sehen sind, aber weltweit
mehrere hunderttausend Tonnen im Jahr entsprechen. Mittlerweile gibt
es den Begriff „Plastikplankton“, der im Meer von Krabben, Krebsen,
Garnelen und Kleinfischen aufgenommen wird und damit in das
gesamte Nahrungsnetz gelangt. Große Mengen des Mikroplastiks im
Wasser stammen vom Waschen von synthetischen Textilien.
Durch den „Polykrebs“ soll der Betrachter zum umweltbewussteren
bzw. nachhaltigeren Einkauf angeregt werden.

Christine wassermann (Kassel)

Als Künstlerin tätig seit 1996
Galerie Rasch, Frankfurter Str. 72, 34121 Kassel
www.galerie-rasch.de
www.christinewassermann.de

2020 „ Festival of the Smallest“,
222 lodge, Dordrecht, Niederlande-digitale Gruppenausstellung
2019 „Freie Zimmer“
Hugenottenhaus, Kassel-Gruppenausstellung
2015 “in zwischen”,
Griesbadgalerie, Ulm – Einzelausstellung

In meiner künstlerischen Arbeit beschäftige ich mich grundsätzlich mit alltäglichen und auf den ersten Blick unscheinbaren Dingen und Situationen, deren Wesen ich versuche zu erforschen und zu untersuchen.

Seit 2009 setze ich mich schwerpunktmäßig mit dem Phänomen der Verlangsamung auseinander.

Mit einer Kamera aufgezeichnete Filmspuren aus meiner realen Umgebung werden extrem verlangsamt, bearbeitet und übereinandergelegt, so dass ein neuer Inhalt entsteht.

Seit Mitte 2016 verwende ich nur wenige Sekunden lange Filmsequenzen – häufig aus aktuellen Nachrichtensendungen – als Ausgangspunkt.
Dabei fällt mir auf, dass die Bildreportagen beinahe ausschließlich aus Sequenzen extrem kurzer Clips bestehen, die einzeln in Ihrer Relevanz kaum mehr vom Betrachter bewusst wahrgenommen werden. Sie ergeben eine Melodie, deren einzelnen Töne nicht mehr eigenständig aufgenommen werden.
In dem ich die kurzen Filmabschnitte isoliere, extrem verlangsame und ihnen bewusst Unschärfe gebe, versuche ich deren individuellen Inhalt in seiner visuellen Essenz herauszuarbeiten.

„RED THREAD“

Staub ist eine Materie, die uns auf der ganzen Welt ständig umgibt, aber nicht vordergründig sichtbar ist.

 

Seit 2016 sammle ich Staub von überall aus der Welt und setze mich damit auf verschiedenen Ebenen künstlerisch auseinander. Mittlerweile verfüge ich über mindestens hundert Staub Exponate aus den unterschiedlichsten Ländern der Welt.

Von den Staubproben habe ich  u.a. Mikroskop-Aufnahmen gemacht, die den Staub in seiner Beschaffenheit, Struktur und Farbigkeit stark vergrößert visualisieren. Dabei zeigt sich als roter Faden, unabhängig vom Fundort, ein hoher Anteil von Mikroplastikpartikeln in allen von mir untersuchten Exponaten.

Aus den Mikroskop-Aufnahmen  ist schließlich der Film „red thread“ entstanden.

Im Rahmen von zerowasteart zeige ich einige Screenshots aus diesem Video von Staubaufnahmen aus Deutschland, Finnland, USA und den Vereinigten Arabischen Emiraten.

Daniela Orben (Frankfurt)

Als Künstlerin tätig seit 2001

AtelierFrankfurt e.V.Atelier 3.19
Schwedlerstraße 1-5
60314 Frankfurt am Main

2021 Lockdown. Kunst und Krise. Galerie Heussenstamm, Frankfurt/M
2020 Spinning Threads, Galerie K, Bad Kreuznach
2019 Kunst in Kirchen-Wetterau, Eden, Christkönigskirche, Ortenberg
2018 Verwoben fast verwurzelt, Stadtgalerie Bad Soden und Alter Kurpark, Bad Soden/Taunus
2017 Verwoben im Weingarten, Künstlerbahnhof-Ebernburg, Bad Münster am Stein-Ebernburg

Ich heiße Daniela Orben und arbeite als freischaffende Künstlerin in einem Atelier im AtelierFrankfurt, einem Kunstzentrum im Osthafen von Frankfurt.

Prägend für meinen Werdegang waren die Studienjahre von 2001 bis 2004 an der Art Student League of New York, wo ich freie Malerei studierte. In einem vorwiegend gestischen Malstil versuche ich in den Gemälden die Energien der Natur, ihre Schönheit und Kraft auf der Leinwand einen künstlerischen Ausdruck zu verleihen.

In meinen Gespinstinstallationen, welche ich seit über 10 Jahren erarbeite, entsteht eine wortwörtliche Verbindung zu meiner Herkunft aus einem Weingut an der Nahe.

In diesen Arbeiten verwebe und verknote ich Äste bzw. Weinreben mit einer recycelten Heftschnur aus dem Weinbau zu organisch anmutenden Wandobjekten, Raum- und Bauminstallationen.

„TT-Gespinst“

Schon seit 2010 erschaffe ich die Werkreihe „Gespinste“ aus recycelten Materialien. Gebrauchte Heftschnur aus dem Weinbau und Äste bzw. Reben verknüpfe ich zu Wandobjekten und großen Installationen.

 

Während des ersten Lockdowns habe ich vermehrt Wanderungen im Taunus, einem Waldgebiet bei Frankfurt unternommen. Dabei entdeckte ich die auf dem Waldboden verstreuten, nutzlos gewordenen Wildschutzspiralen. Plastikspiralen, die ursprünglich der Natur helfen sollten, indem sie junge Sämlinge vor dem Wild schützten, wurden zu Müll.

 

Diese Spiralen verwob ich mit Hilfe der Heftschnur und Ästen zu einer organischen Wandskulptur, dem TT-Gespinst. Sie zeigt sowohl den Konflikt zwischen künstlichen und natürlichen Objekten als auch, dass sie durch Achtsamkeit und Kreativität, zu einer ästhetischen neuen Kreation kombiniert werden können.

Jana Weisenborn (Mainz)

Als Künstlerin tätig seit 2018

Instagram: das_kann_nicht_weg

2018 „Meerwein-Preis“ Hochschule Mainz 
2019 Austellung „Exhibition“ in der Kurmainz-Kaserne Mainz 

Wenn ich Kunst wie Collagen, Skulpturen oder ähnliches kreiere, versuche ich meist Material zu nutzen, dass den ersten Gebrauchszyklus bereits hinter sich hat. Nicht immer ist es mir möglich nur gebrauchte Sachen zu verwenden. Was ich zum Kunst machen brauche ausschliesslich aus zweiter Hand zu bekommen ist nicht immer leicht, erfordert Geduld und Zeit. Es fehlen praktische, etablierte Strukturen für gebrauchte Waren. Hat etwas ausgedient ist der erste Gedanken häufig der Sperrmüll oder die Tonne, da das Wiedereinführen in den Kreislauf durch Verkaufen oder Verschenken aufwendiger erscheint. An dieser Stelle greife ich die Dinge ab, meist auf der Straße oder sogar in der Natur. Oft setzt das Objet trouvé (gefundener Gegenstand) den ersten Impuls für die Kunst. Ich finde etwas auf der Straße, nehme es mit nach Hause und meist formt sich dann schon eine Idee. Oft überlege ich dann mit was ich das Gefundene kombinieren kann.

„MY HOME IS MY CASTLE“

Bei der Skulptur „My Home Is My Castle“ habe ich mir anhand meiner Skizze eine Form aus unterschiedlich langen Stahlstangen überlegt, die schliesslich verschweisst und lackiert wurden.

Der sich stapelnde rote Plastikmüll im Inneren wurde über Monate hinweg von mir gesammelt und symbolisiert den Kunststoff, den wir Tag für Tag hinter die „sicheren Mauern“ unseres Zuhauses schleusen. Das burgartige Gebilde aus Stahl steht für Sicherheit und Schutz. Eigenschaften die wir unserem Rückzugsort zuordnen.

Die Skulptur kritisiert den Umgang mit Kunsstoff und soll die unscheinbare Gefahr, die davon ausgeht sichtbar machen. Mir geht es dabei nicht um die Kritik an den Konsument*innen, es soll eher einen Impuls zum Umdenken setzen.

Einzelpersonen die Schuld an Ihrem Einkaufsverhalten zu geben, ist nicht zielführend. Es muss eine systemische Veränderung herbei geführt werden.

Garnet Köning (Nürnberg)

Als Künstlerin tätig seit 2017

 

Glockendonstrasse 6, 90429 Nürnberg,
Tel.: 0170-9438122, Mail: info@garnet-koening.de
www.garnetkoening.de,
www.instagram.com/garnet_koening

2017+2019 GOHO Atelier-und Werkstatttage, Nürnberg
2018 Kunstschimmer, Ulm
2019 Extinction Manuel, Kunstraum Weißenohe
2020 Klimaschaufenster, Greenpeace Erlangen

Die seit 1996 in ihrer Wahlheimat Nürnberg lebende Fotografin spielt gerne – mit Farben, Formen, Licht und Schatten. Sie geht gerne nah ran,nimmt neue Perspektiven ein und zeigt so Alltägliches aus neuen Blickwinkeln.

Beruflich erwachsen geworden ist sie in der Werbeindustrie, heute beschäftigt sich Garnet in ihren Arbeiten kritisch und augenzwinkernd zugleich mit Themen, die unsere Lebenswelt hinterfragen. Ihre eher ungewöhnlichen Fotografien beinhalten eine starke Symbolsprache, die einlädt, eigene Gedanken kreisen zu lassen.

 

„WAS AM ENDE ÜBRIG BLIEB...“

Auf unsere Nahrungsmittel schreiben wir zwar gerne „organic“,
doch von einer natürlichen Lebensweise sind wir weit entfernt.
Wir erzeugen unser Essen im Labor, züchten Schweine zu
Hochleistungswachstum, fliegen unsere Lebensmittel tausende von Kilometern um die Welt, verschweißen sie in Plastik und stören uns nicht einmal daran, dass wir dieses auch noch mit essen und trinken.
Im Supermarkt kaufen wir Ananas in Dosen, Wasser in Plastikflaschen,
eingeschweißten Käse, usw… Die wenigsten Produkte können wir
tatsächlich sehen oder gar riechen, bevor sie zu Hause ausgepackt werden.
So überwiegt schließlich der Anteil des Plastikmülls oft den organischer Abfälle.

Dies zu visualisieren habe ich einmal anders herum angerichtet.
Hier sehen Sie auf den Tellern keine Fleischküchlein oder Tagliatelle, sondern das,
was nach dem Kochen eben jener übrig bleibt:
Plastikbecher, Dosen, Plastikfolien, Alufolie, …. – Guten Appetit!

Hermann Beneke (Halle/SAALE)

Als Künstler tätig seit 2017

An der weißen Wand 1
06193 Wettin-Löbejün OT Dobis
hermannbeneke@mailbox.org
hermann-beneke.de

2017 SELBST Stadthalle Detmold
2018 STARTING NOW Gallerie Waidspeicher Erfurt
2019 hUND (die „UND“ in Halle) Interdisziplinäres Kunstfestival Halle
2019 Partizipatorisches Kunstprojekt WELT AUS TON in Halle
2020 BACK TO FUTURE Kunstverein Ladenburg

Hermann Benekes Arbeiten bewegen sich zwischen linearen, mathematisch aufgebauten Konstrukten und freien, natürlichen Formen. Oft arbeitet er mit dem Material Stahl, das den Arbeiten einen konstruktiv, industriellen Charakter gibt. Sein Anliegen ist es das Verhältnis von Mensch und Technik zu untersuchen und zu hinterfragen. Dabei kritisiert er einerseits die Technik und andererseits versucht er sie mit dem Menschen zu versöhnen.

„Kabeldämon“

Die Plastik „Kabeldämon“ schließt formal an meine figürliche Reihe an, in der ich den Menschen in Auflösung begriffen darstelle. Bei dieser Figur hier würde ich aber eher von einer Zusammenrottung sprechen. Schlechte Gewohnheiten, Ignoranz und Unbelehrbarkeit formen diesen Körper und erwecken ihn zum leben. Der Mensch erschafft seine eigenen Dämonen. In Form von Umweltkatastrophen, Kriegen und Krankheiten werden sie uns früher oder später aufsuchen und zur Rechenschaft ziehen. Elektrokabel werden in Drittweltstaaten unter offenem Himmel verbrannt um an das wertvolle Kupfer zu gelangen. Dabei werden jede menge giftige Abgase und Rückstände produziert. Schuld daran sind nicht die armen Menschen jener Länder, sondern die bis heute geltenden kolonialistischen Strukturen und die einhergehende Ausbeutung durch die erste Welt.

ABIE FRANKLIN (BERLIN)

Als Künstler tätig seit 2015

Skalitzerstr. 42, 10997 Berlin
https://www.abiefranklin.com/
https://www.instagram.com/abiefranklin/

2021 Embark, Gallery 129 Berlin
2020-2021 The Shape of a Practice, HKW Berlin
2020 Manifesta 13, Marseille
2020 That Which Awaits, Hosek Contemporary, Berlin
2018 Museum Fluxus+, Potsdam

Ich wurde 1995 in Jerusalem geboren. Nachdem ich meinen Wehrdienst in Israel absolviert habe, bin ich 2015 nach Berlin gezogen. Derzeit beende ich mein Studium an der Kunsthochschule Berlin Weißensee im Fachbereich Bildende Kunst. Bislang hatte ich Ausstellungen und Projekte in Deutschland, Israel, der Ukraine, Frankreich und China. In meiner Arbeit geht es um Grenzen: zwischen Medien, Mensch und Natur, Körper und Raum, Material und Materie. Das Hauptthema meiner Arbeit ist die Entfremdung von der Natur und deren Auswirkungen.

„The Dancer and the Butcher IIV “

Ein umgekehrter Spaziergang im Inneren meines eigenen Körpers.
Die Erforschung des Wesens von Fleisch und seiner unterschiedlichen sozialen und anthropologischen Bedeutung.
In der modernen Gesellschaft wird dieser integrale Bestandteil der Natur entfremdet und verliert seinen geistigen und körperlichen Nährwert. Ein großer Teil dieser Arbeiten dreht sich um Materialität.
Die Arbeiten bestehen hauptsächlich aus gefundenen Stücken menschlichen Mülls (hauptsächlich Plastik und Stoffe) und Industriefilz. Das laufende Projekt ist inspiriert von der Verseuchung des Fleisches mit Mikroplastik im Anthropozän und seinen unbekannten Auswirkungen.
Die verwendeten Materialien sind erkennbar und fungieren als eine mehrdeutige Verbindung zwischen sich selbst und seiner Umwelt.
Dieses Werk erforscht die Kluft zwischen den begehrtesten Konsumobjekten und jenen, die als wertlos erachtet werden.